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| Aus dem Department, Forschung, Auszeichnungen

Chemistry Day 2026 am Department für Chemie und Biochemie der Universität Köln

Am 02.06.2026 lud das Department für Chemie und Biochemie zum Chemistry Day in den Kurt-Alder-Hörsaal. Förderpreise für Masterabsolvent*innen und Promovierende im ersten Promotionsjahr, zwei Antrittsvorlesungen und eine Postersession der CGSC Promovierenden prägten den gelungenen Tag.

Förderpreisvorträge

Wie in den vergangenen Jahren präsentierten vier Kandidat*innen aus den einzelnen chemischen Instituten die Ergebnisse ihrer Masterarbeit beziehungsweise ihres ersten Promotionsjahres dem anwesenden wissenschaftlichen Publikum. Eine Jury aus Vertreter*innen der einzelnen Statusgruppen bewertete nicht nur die herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten, sondern vor allem auch die allgemein verständliche Darstellung. 

Die Jury tat sich wie immer schwer, denn alle Kandidat*innen lieferten hervorragende Vorträge ab, sodass am Ende drei zweite Plätze und mit knappem Vorsprung ein erster Platz vergeben wurde.
Den ersten Preis erhielt André-Marcel Weßeling (Insitut für Organische Chemie). Den zweiten Preis teilten sich Tobias Hauschel (Institut für Licht und Materialien), Noah Sander (Institut für Anorganische und Materialchemie) und Isabelle Schulte-Herbrüggen (Zentrum für Biochemie).
 

CGSC Vollversammlung

Im Anschluss fand die jährliche Vollversammlung der Cologne Graduate School of Chemistry (CGSC) statt. Jan Riemer, Sprecher der CGSC, erinnerte alle Promovierenden an zentrale Pflichten: die jährlichen Treffen mit dem Thesis Advisory Committee (TAC), den Nachweis eines Kurses zur Guten Wissenschaftlichen Praxis (GWP) sowie die Registrierung auf der Plattform Docfile.

Erfreulich ist, dass sich die Vergütungssituation der Promovierenden im Vergleich zum Vorjahr spürbar verbessert hat. Auf die Frage aus dem Plenum nach der Stellensituation erläuterte Jan Riemer, dass durch wegfallende Lehrstühle im Rahmen der Sparmaßnahmen die Zahl verfügbarer Haushaltsstellen für Promovierende in den kommenden Jahren voraussichtlich sinken wird.

Für ein weiteres Jahr als Studierendenvertretung im Lenkungsausschuss der CGSC wurden Laura Plein, Moritz Steiner und Julian Strippel per Akklamation wiedergewählt. Sie stehen als erste Ansprechpersonen für alle Promovierenden zur Verfügung und sind über die CGSC Homepage erreichbar.

Antrittsvorlesungen

Ein weiteres Highlight waren die zwei Antrittsvorlesungen, in denen die neuen Professor*innen ihre Forschung in spannenden Vorträgen präsentieren und einem breiten Publikum näherbringen konnten.

Den Anfang machte Sabina Hillebrandt, Juniorprofessorin am Humboldt Centre for Nano and Biophotonics im Institut für Licht und Materialien. In ihrer Vorlesung zeigte sie ihre bisherigen Forschungserfolge auf dem Gebiet der organischen Optoelektronik, insbesondere bei der Entwicklung flexibler und implantierbarer OLED Systeme für die gezielte optische Interaktion mit neuralem Gewebe. Durch die Kombination von Optogenetik und maßgeschneiderten OLEDs gelang es ihr und ihrem Team bereits, einzelne Nervenzellen zu stimulieren. Ihre Forschung zielt darauf ab, optoelektronische Neurointerfaces zu entwickeln, die das Verständnis von Alterung und neurodegenerativen Erkrankungen voranbringen. Das Hillebrandt Lab wird dabei durch einen ERC Starting Grant gefördert und arbeitet eng mit Partnern aus Neurowissenschaften, Medizin und Ingenieurwissenschaften zusammen.

Daraufhin zeigte Prince Ravat, Heisenberg Professor am Institut für Organische Chemie, in seiner Antrittsvorlesung seine bisherigen Forschungserfolge auf dem Gebiet der molekularen Chiralität. Er zeigte, wie schraubenförmige aromatische Moleküle, sogenannte Helicene, als Designprinzip für funktionale organische Materialien genutzt werden können. Sein Team entwickelte eine neue Klasse von Helicen Diimiden, die durch Raumkonjugation eine verbesserte elektronische Kopplung aufweisen und als chirale Halbleiter einsetzbar sind. Darüber hinaus präsentierte er Emittermoleküle, die zirkular polarisiertes Licht mit bislang unerreicht schmaler Bandbreite aussenden und künftig in energiesparenden Displays zum Einsatz kommen könnten. Seine Forschung verbindet synthetische organische Chemie, Photophysik und Materialwissenschaften und wird unter anderem durch einen ERC Starting Grant und die DFG Heisenberg Professur gefördert.

Postersession im Foyer

Den Abschluss des Chemistry Days bildete eine Postersession der CGSC Promovierenden im Foyer, bei Getränken und Essen. Besonders erfreulich war das Interesse von Studierenden in frühen Bachelorsemestern, die viele der Promovierenden bereits als Betreuende aus ihren Praktika kennen und die Gelegenheit nutzten, Fragen zur laufenden Forschung zu stellen. 

Die Doktorandinnen und Doktoranden, die ihre Poster präsentierten, beeindruckten beide Jurys: eine bewertete die Tiefe und Breite der Forschung sowie den Präsentationsstil, die andere das Innovationspotenzial und die Motivation für den Wissenstransfer. Die Veranstaltung schloss mit der Preisverleihung der Posterpreise an Philipp Holz (AG Neundorf) und Maurizio Sanfilippo (AG Lindfors) sowie der Preise für das beste Innovationspotenzial an Vincenzo Brancaccio (Ravat Group) und Hannah L. Dochtermann (Griesbeck Group).

Das Department für Chemie und Biochemie der Universität zu Köln gratuliert allen Preisträger*innen und dankt allen Besucher*innen für ihr Interesse sowie allen beteiligten Organisator*innen und Vortragenden für ihren Einsatz.